Zum Ende der Metadaten springen
Zum Anfang der Metadaten

    


 

Ein Grundstücksnachbar einer Firma kann nicht den Einbau einer Brandwand verlangen

Nach einem Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 3. September 2015 (15 ZB 12.2142) zum brandschutzrechtlichen Nachbarrecht haben Brandschutzvorschriften (wie z.B. Art. 12 BayBO) nicht generell, sondern nur dann nachbarschützende Wirkung, wenn sie dem Schutz der Nachbarn vor einer Ausbreitung von Feuer und Rauch dienen.

Eine solche Schutzfunktion kommt den Bestimmungen über die Anforderungen an innere Brandwände nicht zu. Brandwände innerhalb von Gebäuden (innere Brandwände) bezwecken nur die Verhinderung der Ausbreitung eines Brands auf andere Teile ein und desselben Gebäudes und damit den Schutz von Leben und Gesundheit der sich dort aufhaltenden Menschen bzw. von dort befindlichen Sachwerten. Sie dienen nicht – wie als Brandwände auszubildende „äußere“ Gebäudeabschlusswände – der Verhinderung der Ausbreitung eines Brands auf benachbarte Gebäude und damit dem Schutz der Nachbarn. Dies gilt auch, wenn Brandwände als innere Brandwand zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude in Abständen von nicht mehr als 40 m erforderlich sind.

Dass mit der Eindämmung von Brandschutzgefahren innerhalb von Gebäuden faktisch auch die Gefahr des Übergreifens von Bränden auf Nachbargebäude verringert werden kann, ist nur ein Nebenzweck, aus dem sich keine nachbarschützende Wirkung ableiten lässt.